TV – 2024

TV – 2024
100x100cm
Acryl on Canvas
Preis: VERKAUFT

Werkbeschreibung

Acryl
Unikat

TV
100 × 100 cm
Acryl auf Leinwand
Unikat

Mit „TV“ setzt sich Konstantin Keinemann mit unserer von Bildschirmen, Informationen und medialen Reizen geprägten Wahrnehmung auseinander. Das Werk verbindet strenge geometrische Ordnung mit expressiven, teilweise chaotischen Farbspuren und schafft damit ein Spannungsfeld zwischen Signal und Störung, Information und Überforderung.

Im Zentrum der Komposition stehen vertikale Farbfelder, deren Anordnung an klassische Testbilder des Fernsehens erinnert. Sie werden von horizontalen, fragmentierten Bildstreifen durchzogen. Farben überlagern sich, brechen ab und setzen sich an anderer Stelle fort – als würde ein stabiles Bild immer wieder durch Störungen, neue Signale und fremde Informationen unterbrochen.

Die klaren schwarzen Flächen geben der Komposition zunächst Halt und Struktur. Gleichzeitig stehen ihnen die freien, beinahe zufälligen malerischen Passagen gegenüber. So entsteht ein für Keinemanns Arbeit charakteristischer Gegensatz zwischen Kontrolle und Kontrollverlust, Ruhe und Reiz, Ordnung und Chaos.

Der bewusst reduzierte Titel TV öffnet dabei eine gesellschaftliche Ebene. Fernsehen steht exemplarisch für eine Medienwelt, die unsere Wahrnehmung seit Jahrzehnten beeinflusst. Heute ist der Bildschirm allgegenwärtig geworden: Nachrichten, Unterhaltung, Werbung und soziale Medien konkurrieren permanent um unsere Aufmerksamkeit. Die Grenzen zwischen relevanter Information, Inszenierung und bloßem visuellen Rauschen werden zunehmend unscharf.

TV lässt sich damit auch als Bild über die Frage verstehen, was von einer Information übrig bleibt, wenn immer neue Bilder darübergelegt werden.

Trotz dieses inhaltlichen Ausgangspunktes bleibt das Werk bewusst abstrakt. Keinemann gibt keine konkrete Botschaft vor, sondern übersetzt die Mechanismen medialer Wahrnehmung in Farbe, Fläche und Rhythmus.

Das großzügige quadratische Format von 100 × 100 cm verstärkt die grafische Präsenz des Werkes. Aus der Distanz dominiert seine klare Architektur; aus der Nähe offenbaren sich zahlreiche Farbschichten, Brüche und Spuren des malerischen Prozesses.

„TV“ ist ein zeitgenössisches Werk über Wahrnehmung im Zeitalter permanenter Bilder – über Information und Störung und über unseren Versuch, im visuellen Rauschen noch Orientierung zu finden.